SO GEHT'S NICHT /// Mediamarkt "Togo" Kampagne wird weitgehend als rassistisch empfunden. Werberat reagiert erneut ablehnend und einsilbig.
 
 

 

Mediamarkt "Togo" Kampagne wird weitgehend als rassistisch empfunden.
Werberat reagiert erneut ablehnend und einsilbig


Obwohl der deutlich feindliche Charakter des Mediamarkt-Spots erkannt wurde, in dem einem Polen aufgrund seiner Herkunft unterstellt wird, dass er klauen würde, scheint bei Rassismus die Grenze des Verständnisses erreicht zu sein.

In einem ausführlichen Brief an den Werberat (ein selbstregulierendes Gremium, das sich aus Angehörigen der Werbeindustrie zusammensetzt) erklärte der braune mob e.V. sehr anschaulich und dezidiert, weshalb genau diese Art Werbespots sicher kein rassismusfreieres Klima in Deutschland schafft, und weshalb viele Menschen die Grenzen des guten Geschmacks und demokratischen Umgangs bei diesem Spot ebenso überschritten sehen wie bei dem “Polen”-Spot. Der Werberat wurde gebeten, aufgrund der neuen Argumente seine Entscheidung zu überdenken.

Ansätze dafür, dass dies überhaupt einmal in Erwägung gezogen wurde, zeigen sich im Antwortschreiben keine.

Initiale und individuelle Reaktionen auf das Antwortschreiben enthalten u.a. die Vokabeln “borniert”, “abgehoben”, “ignorant”, “einsilbig”. Es bleibt der Eindruck zurück, dass der Werberat die Belange schwarzer Menschen nicht ernst nimmt, und dass dort eine Definition von “Rassismus” vorherrscht, die nicht auf Expertenwissen fußt, sondern lediglich auf dem persönlichen Ermessen der Angehörigen dieser Einrichtung. Wieviele Angehörige der schwarzen Minderheitskultur sich im Werberat finden, kann nur gemutmaßt werden.

Der Gedanke, dass dieses Gremium, das sich bisher nur selbst Rede und Antwort stehen muss, umgestimmt werden kann, ist jedoch nicht abwegig. Mails mit Ihrer Meinung, Kommentaren und/oder ergänzenden Argumenten erreichen den Werberat unter werberat@werberat.de.

“SO GEHT'S NICHT”: der Aufreger Brief vom braunen mob e.V.
an den Werberat
(PDF)
Antwort des Werberats (PDF)